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Sonntagsgebet

Heute möchte ich an das Thema „Akzeptanz“ anknüpfen. Es ist gut zu wissen, was man selbst dazu beitragen kann, um die Erkrankung einigermaßen „in Schach“ zu halten. Doch was ist mit den Umständen, die ich nicht beeinflussen kann? In den letzten Wochen hatte ich zahlreiche „Alltagsherausforderungen“ zu meistern und einige davon erzeugten eine hohe emotionale Resonanz in mir – will meinen: mein Körper schüttete viel Stresshormon aus (was ja ein Punkt sein kann, der einen Schub verursacht). Na klar, kenne ich viele Strategien, Stress zu vermeiden. Doch was ist, wenn wir von äußeren Einflüssen zu einer Reaktion gezwungen werden? Es gibt selbst im Leben eines gelassenen und in sich ruhenden Menschen Situationen, die unvorbereitet an alte „Verletzungen“ anknüpfen und damit auch hohe Emotionen erzeugen können. Es folgt die damit einhergehende Hormonausschüttung, die ja dann zu dem Schub führen kann. Diesen Vorgang kann ich also kaum ändern. Das gilt es zu akzeptieren.

In diesen Momenten, versuche ich mir immer wieder das Gebet von Reinhold Niebuhr ins Gedächtnis zu rufen: „Gott gib mir… die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen (AKZEPTANZ), die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“ (siehe Beitrag vom 24.02.2019). Wenn ich mir das vor Augen halte, kann ich immer besser inneren Abstand zu den Situationen herstellen, die mich fordern – gelassener reagieren, wieder herausfinden.

Heute kann ich euch das so schreiben, liebe Betroffene – möchte damit Mut machen. Doch noch vor einigen Tagen sah das anders aus: Auch ich habe manchmal Momente, in denen ich wütend bin auf den Umstand, dass mein Freund Morbus mir mal wieder zeigt, dass er da ist. Seit zwei Tagen ist mein letzter Schub abgeklungen und ich kann die damit verbundenen Schmerzen und negativen Gedanken an die Seite schieben. Mal wieder eine Hürde genommen. Aber das kostet halt auch Kraft. Das kann ich nicht ändern und muss lernen, das zu akzeptieren und meine Kraftquellen gut zu nutzen, Strategien entwickeln, aus diesen Situationen schnell wieder herauszukommen. Dabei ist die Unterstützung des sozialen Umfeldes ein wichtiger Punkt.

Danke an dieser Stelle an all die Menschen in meinem Leben, die auch in diesen Momenten liebevoll, zugewandt, fürsorglich und verständnisvoll für mich da sind und mich auffangen. Ich bin so froh, dass ihr da seid!!!

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