Ihr Lieben,
es war lange still auf diesem Blog. Zu lange! Wenn ein Raum den Namen „Aufrecht mit Bechterew“ trägt, schwingt darin ganz sicher der Wunsch mit, Lebensfreude, Zuversicht und innere Stärke zu teilen. Doch das Leben hat manchmal ganz eigene, stürmische Pläne. Im vergangenen Jahr musste ich mir die Zeit nehmen, mich nach einer intensiven Lebensphase privat, gesundheitlich und emotional völlig neu zu sortieren.
Hinter mir liegt unter anderem die Pflege meiner Mutter, die ich bis zu ihrem letzten Atemzug begleiten durfte. Es war eine zutiefst wertvolle, aber auch emotionale und körperliche Grenzerfahrung, die vieles in meinem Leben auf den Kopf gestellt hat. In einer solchen Phase des Umbruchs musste ich auch mein eigenes soziales Netz auf die Probe stellen – und habe dabei, wie so viele von uns in Krisen, auch schmerzhafte Erfahrungen gesammelt. Man lernt oft erst im härtesten Sturm, wer wirklich verlässlich und auf Augenhöhe mitsegelt – und das sind manchmal ganz unerwartete Menschen – und wer versucht, einem in Momenten der Verletzlichkeit die Kraft zu nehmen.
Aber genau an diesem Punkt durfte ich meine eigene Kompetenz noch einmal ganz neu am eigenen Leib erfahren. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie begleite ich ja tagtäglich Menschen durch ihre Herausforderungen. Und als ich in diesem Sommer mal wieder einen Vortrag über Resilienz hielt, wurde mir einmal mehr bewusst: Das hier ist keine graue Theorie aus meinen Lehrbüchern. Das ist das lebendige Werkzeug, mit dem ich mich selbst gerade Tag für Tag wieder aufwärts bewege.
Resilienz bedeutet eben nicht, dass wir nicht fallen. Es bedeutet, dass wir die Mechanismen in uns aktivieren, die uns ermöglichen, nach herben Enttäuschungen und Verlusten immer wieder neu aufzustehen, uns neu auszurichten, Kraft zu schöpfen und die eigenen Grenzen zu schützen.
Genau diese Energie fließt jetzt in den Endspurt meines Studiums und meine Abschlussarbeit. Aber sie fließt auch zurück in meine Kreativität. Ich habe in den letzten Wochen das Malen wieder für mich entdeckt – ein heilsamer Raum, der mir zeigt, wie viel Farbe und Kraft wieder in mein Leben zurückkehren und ein ganz wunderbares Instrument, um sich wieder zu erden, sich auf sich selbst zu besinnen und im Flow tief zu entspannen. Und auch die Bildhauerei – wie auf dem Bild mit meinem Sohn zu sehen – bringt die Lebensfreude immer mehr zurück. Ganz sinnbildlich habe ich mein Herz wieder befreit:



Dieser Blog wird nun wieder nach und nach mit Leben gefüllt. Nicht, weil bei mir alles perfekt ist, sondern weil das Leben weitergeht.
Nach meinem Vortrag über Resilienz kamen einige Zuhörende auf mich zu und bedankten sich für die offene, authentische und lebensnahe Art, mit der ich auch komplexe psychologische Zusammenhänge verständlich vermittle. Besonders berührt hat mich, dass offenbar gerade die Verbindung von fachlichem Wissen und persönlichen Erfahrungen bei den Menschen etwas bewegt hat. Denn ich teile nicht nur Erkenntnisse aus Psychologie und Psychotherapie, sondern gebe immer auch ein Stück von mir selbst preis – mit meinen eigenen Herausforderungen, Erfahrungen und dem, was ich daraus lernen durfte.
Diese wertschätzenden Rückmeldungen haben mich darin bestärkt, auch hier wieder mehr zu schreiben: Darüber, wie wir den Unwägbarkeiten des Lebens begegnen, an Herausforderungen wachsen und selbst in stürmischen Zeiten unsere Zuversicht und Lebensfreude bewahren können. Damit wir immer wieder den Mut finden, uns aufzurichten, neu auszurichten und unseren ganz eigenen Weg aufrecht durchs Leben zu gehen.
Schön, wieder zurück zu sein ☺️ Ich freue mich von Herzen auf den Austausch mit euch und sende euch viele liebe Grüße, Muna
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