…wieder einmal feiern Christen auf der ganzen Welt ein Fest der Hoffnung. Hoffnung, die uns die Geburt von Jesus Christus einst schenkte und nach wie vor so wichtig ist, für uns Menschen – ganz gleich welcher Herkunft, welchen Glaubens oder welchen gesundheitlichen Zustandes.
Hoffnung ist in diesen Zeiten wichtiger denn je und lässt sich auf die große Themen der Welt übertragen – oder auf ganz kleine, persönliche. Ob ein Thema groß oder klein ist, ist dabei ganz subjektiv.
Meistens wende ich mich mit meinen Beiträgen hier an die Betroffenen. Heute möchte ich mich einmal auch ganz besonders an die Menschen wenden, die uns Bechtis beistehen und uns unterstützen – schon jetzt oder zukünftig…
Es ist wissenschaftlich erwiesen, wie sehr soziale Unterstützung und das Gefühl der Zugehörigkeit die psychischen Belastungen von Krankheit abpuffern können. Und dabei ist es nicht ausschließlich die aktive Hilfe, die hier gemeint ist. Oftmals genügt schon allein das gesprochene Wort oder eine innere Haltung … von einem solchen Beispiel aus meinem Leben möchte ich euch heute erzählen:
Ich habe ja noch einmal begonnen zu studieren und in diesem Fernstudium gibt es einige Aufgaben, die mir reichlich Kopfzerbrechen bereitet haben. In diesem Studium ist ein großer Teil von Mathematik und Statistik geprägt – und das sind so gar nicht meine Hauptkompetenzen. Als ich mich schon zu diesem Semester „Test- und Fragebogenkonstruktion“ eingeschrieben habe, waren sorgenvolle Gedanken sehr präsent. Bin ich doch schon sooooo lange aus der Schule raus und das Niveau von heute wurde seinerzeit an den Schulen so sicher noch nicht unterrichtet. Dann schlichen sich weitere Gedanken ein, wie „oh je, wenn ich dieses Modul nicht absolviere, dann kann ich die gesamte Prüfung vergessen“ usw.
Weil ich in den vergangenen Semestern aber schon positive Erfahrungen mit Lerngruppen sammeln durfte, habe ich mir auch in diesem Halbjahr eine Lerngruppe gesucht (ja, das ist der Teil, den ich aktiv mitgestaltet habe, denn die klopfen nicht an die Tür und holen uns ab ;-)). Wir haben die Themen Woche für Woche gemeinsam besprochen und Fragen geklärt. Die ein oder andere Person wusste dann mal eine Antwort, die mir selbst fehlte und auch ich konnte etwas beantworten, was wiederum andere fragten. Wieder ein anderes Mal förderten meine Fragen bei anderen das Verankern ihres Wissens. Ein Geben und Nehmen also. Als dann Prüfungsvorleistungen anstanden, führten meine Befürchtungen dazu, dass ich mein Wissen nicht objektiv beurteilen oder abrufen konnte. Darüber konnte ich mit einer Person meiner Lerngruppe offen sprechen, die mir daraufhin ganz direkt Mut zusprach und mir meine Kompetenzen wieder bewusst machte. Das hatte eine große Wirkung. Und dabei waren es doch „nur“ Worte … diese waren wohlwollend und authentisch. Diese Person hatte in den Lerngruppen-Diskussionen ja einen Eindruck meiner Kenntnisse in dem Bereich erhalten. So war es doch lediglich eine Erinnerung an mein Können, was diese Person zu leisten hatte. Wenn man so will, hat diese Person nur mit ihren Worten meinen diesbezüglichen Gedankengang unterbrochen. Diesen Impuls von außen brauchte ich, um mich wieder mit meinem Wissen zu verbinden. Es waren nicht einmal fünf Minuten der Zeit dieser Person und doch für mich unbezahlbar. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.
Dieses Beispiel lässt sich leicht auf die Bewältigung des Morbus Bechterew und zahlreicher anderer chronischer Krankheiten übertragen. Es kann uns keiner die Krankheit abnehmen, doch beim Tragen könnt ihr uns helfen. Macht uns bitte Mut, erinnert uns an das, was wir positiv beeinflussen können, an die positiven Aspekte des Lebens und bleibt an unserer Seite. Chronische Krankheiten sind ständige Begleiter und auch unser Umfeld „gewöhnt“ sich irgendwie daran. Das anfängliche Mitgefühl tritt immer mehr zurück, weil der Schmerz und alle damit einhergehenden Begleiterscheinungen irgendwie „normal“ werden. Selbst wenn wir Betroffene uns irgendwie mit der Erkrankung arrangieren und uns daran „gewöhnen“, ist und bleibt sie kräftezehrend – und das werden wir niemals wieder los. (Hier kannst du lesen, wie es sich anfühlt.)
Ich bin sehr, sehr dankbar für jede und jeden in meinem Umfeld, die des Mitgefühls nicht müde werden und mich weiterhin aktiv oder passiv (nur durch die Anwesenheit, das ein oder andere Wort oder/und das Gefühl der Zugehörigkeit) dabei unterstützen, das Beste aus der unabänderlichen Situation zu machen. Das schenkt mir Hoffnung … und auch nach Tausenden von Jahren ist Hoffnung immer noch ein sehr aktueller Kraft- und Trostspender.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine präsente Erinnerung an die Hoffnung und ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise lieber Menschen,
es grüßt euch ganz herzlich eure Muna